Bochum: Studiengebühren zurück?

18. Juli 2009 – 10:12

Bildungspolitik ist noch kein Kernpunkt der Piraten-Partei, trotzdem gibt es einen breiten inhaltlichen Konsens wenn es um den freien Zugang zu Bildung an sich geht. Die in einigen Bundesländern erhobenen Studiengebühren sind in dieser Beziehung eher hinderlich und so ist es schon bemerkenswert, wenn sich in dem Bereich (wenn auch nur zögerlich) etwas tut.

So meldet derwesten heute, dass die Ruhr-Universität Bochum (RUB) derzeit prüft, Studienbeiträge eventuell in Teilbeträgen zurückzuzahlen. Derzeit werden an der RUB pro Semester 480 Euro Studiengebühren sowie ein Sozialbeitrag verlangt:

Die Ruhr-Universität Bochum erhebt für das Studium von Studierenden für jedes Semester einen Studienbeitrag in Höhe von 480,- Euro. Studierende, die an der Ruhr-Universität Bochum in mehreren Studiengängen eingeschrieben sind, zahlen nur einen Studienbeitrag. (Quelle: RUB)

Das eingenommene Geld soll ausschließlich zur Verbesserung der Lehre eingesetz werden und finanziert unter anderem Tutoren- und Mentorenprogramme sowie unter anderem erweiterte Öffnungszeiten bei der Bibliothek (mehr).
In Studienbereich Latein scheint es allerdings derzeit an der RUB Probleme zu geben. So meldet derwesten das Prüfungen teilweise kaum bestanden werden konnten weil das Prüfungsmaterial zur Vorbereitung nicht bereitstand.

Die Uni prüft nun, ob Teilbeträge der Studiengebühren für die betroffenen Studierenden (auf Antrag) zurückgezahlt werden können, denn „ein ordnungsgemäßes Studium” war unter diesen Voraussetzungen nicht möglich. Das wäre ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, denn unter anderem hatte man die Einführung der Studiengebühren auch begründet mit der Annahme, dass eine Zahlung die Position der Studierenden als Kunden stärken würde. Diesem Konzept könnte man nun auch Taten folgen lassen.

Allerdings dürfte auch die Rückzahlung der Studiengebühren nur ein schwacher Trost für die Studierenden sein, die ein Semester (oder eventuell auch mehr) verloren haben. Schlechte Bildung bekommen und noch dafür zahlen müssen kann auf jeden Fall nicht der Grundtenor von Bildungspolitik sein, zumal es derzeit noch genügend Bundesländer ohne Studiengebühren gibt die auch entsprechende Studiengänge anbieten.

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