Un-Bericht zu KiPo: Genauigkeit zahlt sich aus

18. September 2009 – 10:44

In einem aktuellen Heise-Artikel zum UN Bericht über Kinderpornographie findet sich (im unteren Abschnitt) ein Satz der stutzig macht:

Maalla wies auch darauf hin, dass es nicht in allen Staaten Gesetze gebe, durch die Internet-Kinderpornografie verboten wird. Dazu gehörten beispielsweise Oman oder Irak.

Die Formulierung erinnert fatal an die Indien-Lüge von Frau von der Leyen, die damals in diesem Zusammenhang Indien als Land darstellte in dem Kinderpornographie nicht verfolgt würde und sich dafür entschuldigen musste. So findet sich der Oman auch diesmal auf einer Liste mit Ländern die sowohl Kinderpornograhpie bestrafen und zwar weil dort sexuelle Darstellungen allgemein verboten sind. Allerdings liegt diesmal der Fehler nicht im Bericht selber sondern kommt durch die verkürzte Darstellung auf Heise.de zustande.

Im Bericht selbst steht nämlich:

While many countries have legislation containing provisions that criminalize Internet child pornography, some States, for example Oman or Iraq, have no legislation specifically dealing with child pornography. Pornography is considered to be an offence against public morals and decency or a violation of public order and child pornography is punished in that context.

(Quelle: http://www2.ohchr.org/english/bodies/hrcouncil/docs/12session/A.HRC.12.23.pdf)

Richtigerweise wird hier im Nachsatz darauf hingewiesen dass auch in diesen Ländern KiPo nicht straffrei ist sondern im Zuge der normalen Gesetzgebung gegen Pornografie allgemein bestraft wird. Bei Heise fehlt der Nachsatz und mit etwas schlechten Willen liest es sich dann so als wäre KiPo in den angesprochenen Ländern erlaubt.

Ein paar andere Reaktionen zum Artikel gibt es übrigens hier oder auch hier.

  1. 2 Kommentare zu “Un-Bericht zu KiPo: Genauigkeit zahlt sich aus”

  2. Danke für den informativen Blogeintrag. Inzwischen ist die Passage im Heise Artikel geändert worden.

    “Maalla wies auch darauf hin, dass es nicht in allen Staaten eigene Gesetze gebe, durch die Internet-Kinderpornografie verboten wird. Dazu gehörten beispielsweise Oman oder Irak (hier ist allgemein Pornografie verboten).”

    Von piercyha zu 18.09.2009

  3. Schöner Beitrag, danke.
    Da bin ich von Heise ja mal positiv überrascht, die scheinen wenigstens auch im Nachhinein an Ihren Themen interessiert zu sein.
    Aber leider ist die Sperrung der Seiten, so wie bisher angedacht, nutzloser Unsinn.

    Von PROseo zu 24.09.2009

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