Springer, Paid Content und die GEZ

22. Dezember 2009 – 18:10

Gar nicht so einfach die Begriffe aus der Überschrift in einen sachlich sinnvollen Zusammenhang zu bringen, aber die neusten Wortmeldung aus dem Springer-Konzern (BILD) machen es notwendig.

Springer hat nämlich im Kampf und Paid Content (das Bezahlangebot von BILD und Welt.de wurde jüngst gestartet) eine neue Front entdeckt. Nicht nur Google bietet kostenlose News sondern auch die Öffentlich-Rechtlichen. So plant die Tagesschau ebenfalls eine App für das iPhone – im Gegensatz zu Springer allerdings kostenlos.

Kein Wunder also, dass man bei Springer Konkurrenz wittert und – noch schlimmer – schon wieder eine Marktverzerrung zugunsten der Öffentlich-Rechtlichen.

Allerdings: Warum eigentlich keine App? iPhone Nutzer zahlen genau so GEZ Gebühren und ab 2013 eventuell sogar den vollen Satz. Es wäre nur gerecht ihnen hier auch eine Leistung dafür anzubieten die über die normale Fernsehversorgung per Internet hinaus geht. Dazu haben Internet-Nutzer derzeit ohnehin das Problem, dass Inhalt der Öffentlich-Rechtlichen nur begrenzt im Netz vorgehalten werden und nach etwa 7 Tagen aus den Online-Mediatheken verschwinden. Die App selbst ist dann wohl auch nicht das Problem (die Kosten dafür sind eher gering im Vergleich zum täglichen Aufwand die News zu produzieren), problematischer ist eher der Zugang zu kostenlosen News (wie im Fernsehen und Radio eben auch). Warum sollte man sich die kostenpflichtige Springer-App holen, wenn es die App der Tagesschau für umsonst gibt?

Fraglich aber, warum Springer damit ein Problem hat. Immerhin bietet das Bezahlangebot doch Zugang zu News früher als im Blatt. Überschneidungen gibt es dann also nur bei Themen die auch in der Tagesschau kommen (oder von dort beeinflusst wurden). Bei Storys die Springer exklusiv hat – und das sollte der Qualitätsanspruch sein – gibt es keinerlei Probleme, weil die Tagesschau derartige News eben nicht liefern kann. Springer selbst scheint wirklich keine hohe Meinung von den eigenen Inhalten zu haben.

Der richtige Weg wäre also besseren Content liefern statt den Konkurrente gleich wieder auf der politischen Ebene wegbeissen wollen. Mal sehen wann man das auch bei Springer merkt.

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