Den inneren Teenager bewahren

19. Januar 2010 – 12:17

Die gestrige (mittlerweile nicht mehr öffentliche) Pressemitteilung hat einiges an Aufsehen erregt. Sie war zu persönlich, insbesondere Sascha Lobo wurde direkt angegriffen. Mittlerweile hat Lobo auf die PM reagiert und seine Gedanken zu den Piraten und der Pressemitteilung zusammengestellt.

Der in meinen Augen wichtigste Satz kommt in seinen Ausführungen zum Schluss: “insofern würde ich dich/euch bitten, der inneren siebzehnjährigkeit in der partei noch entschiedener entgegenzuwirken.” Betrachtet man sich die hochprofessionellen Politikbetriebe von CDU, SPD, FDP usw. stellt sich die Frage ob das wirklich das Ziel sein sollte. Schaut man auf die verkrusteten Strukturen der etablierten Parteien bleibt die Innovationskraft und der Ideenreichtum der “jugendlichen” Piratenpartei als ein willkommener Kontrapart zum aktuellen Politikverständnis. Dies Aufzugeben hieße sich Einreihen in das derzeitige Politiksystem und verträgt sich nicht sonderlich mit dem Anspruch der Piraten nicht nur für neue Inhalte sondern für eine neue Art der Politik anzutreten. Ein wenig Jugendlichkeit ist aktuell der Punkt in dem sich Piraten von anderen Parteien abgrenzen.

Ein zweiter wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist der “besitz der allgemeingültigen wahrheit”. Auch wenn Lobo den Wahrheitsbegriff in dem Zusammenhang als etwas Schlechtes darstellt: Wenn die Piraten nicht davon überzeugt wären, dass das was sie machen richtig und wichtig ist, würde ihnen ein Großteil der Glaubwürdigkeit und Wahrhaftigkeit, die sie aktuell repräsentieren verloren gehen. Idealismus – im Sinne von an etwas Glauben und hinter etwas Stehen – mag in der aktuellen Zeit der professionellen Politik und der professionellen Politiker nicht mehr die große Rolle spielen, ein Fehler ist es deswegen aber nicht.

Falsch wird es erst, wenn man diesen Idealismus so weit treibt, das andere Menschen dadurch abgewertet werden. Die schnelle interne Kritik an der Pressemitteilung zeigt aber deutlich, dass sich die Piraten dieser Gefahr durchaus bewusst sind und reagieren können, wenn Idealismus zu weit geht. Und: Anders als andere Parteien gibt es durchaus die Möglichkeit, Fehler einzugestehen und sich auch dafür zu entschuldigen.

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Sueddeutsche.de kauft sich Lob

18. Januar 2010 – 10:50

Falls jemand in nächster Zeit in verschiedenen Blogs lobende Erwähnung von Sueddeutsche.de finden sollte: Über die Blog-Werbeplattform Trigami hat die Zeitung wohl Blogposts eingekauft.

Dabei soll nicht nur die Zeitung lobend erwähnt werden, auch die IPhone-App sollte im besten Fall positive Bewertungen bekommen. Apple dürfte sich über diese gekaufte Bewertungen sicher nicht wirklich freuen. Im Blogpost sollte insbesondere erwähnt werden:

* Die bekannt hohe journalistische Qualität von SZ und sueddeutsche.de kann jetzt auch komfortabel mit dem iPhone genutzt werden
* sueddeutsche.de hat eine Meinung
* sueddeutsche.de bezieht Stellung
* sueddeutsche.de berichtet nicht nur, sondern kommentieret (sic!) das Geschehen sachkundig und professionell
* die Autoren von sueddeutsche.de sind ihre Stärke
* gutes Mittel zum Komplettieren des Informationsbedürfnisses des interessierten, modernen Menschen von heute
* Man kann seinen Kollegen/Bekannten zeigen, dass man auf Qualität setzt

Die Sueddeutsche scheint im IPhone- und Blogbereich nicht allzuviele Freunde zu haben wenn man sich die positiven Bewertungen jetzt kaufen muss.

Kleiner Schmunzler: Es gab wohl pro Blogger 17 Euro für die Werbung. Die iPhone App mußte allerdings erst kostenpflichtig geladen werden …

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Sei wachsam

11. Januar 2010 – 14:49

Reinhard Mey mit einem sehr schönen Stück über die Freiheit:

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Von Fröschen und Überwachung

10. Januar 2010 – 14:32

Innenminister de Maizière über den Tisch gezogen

2. Januar 2010 – 20:56

Mit dem SWIFT-Abkommen hat die EU (unter anderem auch mit der Duldung von Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière (CDU)) den USA weitreichend Zugriff auf europäische Bankdaten gegeben. Im Gegenzug erhielten die europäischen Staaten die Ergebnisse aus der Terrorfahnung um in Europa besser gegen den Terror gewappnet zu sein. Mit einem deutschen VETO hätte de Maizière das Vertragswerk stoppen können.

So gehen nun für die nächsten 9 Monate vertrauliche Zahlungsdaten deutscher Bürger und Unternehmen auf Anfrage in die USA.

Das man den Innenminister dabei offensichtlich übervorteilt hat belegt jetzt eine Papier des BKA, das der Spiegel veröffentlicht hat. Darin heißt es:

“Für den Bereich der Bekämpfung der politisch motivierten Kriminalität besteht kein fachlicher Bedarf beziehungsweise kein operatives Interesse an der Nutzung des SWIFT-Datenbestandes zum Zwecke einer systematischen anlassunabhängigen Recherche.” (Quelle)

Die Datenfreigabe an die USA wurde also mit wertlosen Zugeständnisse der USA erkauft. Der Innenminister hat sich über den Tisch ziehen lassen und nicht zum Vorteil Deutschlands gehandelt. Durchaus möglich, dass hier auch noch andere Interesen im Spiel waren – man zum Beispiel die USA nicht verärgern wollte – aber den Zugriff auf die europäischen Bankdaten zu erlauben ohne eine sinnvolle Gegenleistung kann man eigentlich nur als politische Dummheit bezeichnen. Durchaus möglich, dass es die Unerfahrenheit des neuen Innenministers ist, die hier ein Übervorteilen erleichtert hat – im Zweifel sind es aber die Bürger und Unternehmen die den Preis für diese Unerfahrenheit zahlen müssen.

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Springer, Paid Content und die GEZ

22. Dezember 2009 – 18:10

Gar nicht so einfach die Begriffe aus der Überschrift in einen sachlich sinnvollen Zusammenhang zu bringen, aber die neusten Wortmeldung aus dem Springer-Konzern (BILD) machen es notwendig.

Springer hat nämlich im Kampf und Paid Content (das Bezahlangebot von BILD und Welt.de wurde jüngst gestartet) eine neue Front entdeckt. Nicht nur Google bietet kostenlose News sondern auch die Öffentlich-Rechtlichen. So plant die Tagesschau ebenfalls eine App für das iPhone – im Gegensatz zu Springer allerdings kostenlos.

Kein Wunder also, dass man bei Springer Konkurrenz wittert und – noch schlimmer – schon wieder eine Marktverzerrung zugunsten der Öffentlich-Rechtlichen.

Allerdings: Warum eigentlich keine App? iPhone Nutzer zahlen genau so GEZ Gebühren und ab 2013 eventuell sogar den vollen Satz. Es wäre nur gerecht ihnen hier auch eine Leistung dafür anzubieten die über die normale Fernsehversorgung per Internet hinaus geht. Dazu haben Internet-Nutzer derzeit ohnehin das Problem, dass Inhalt der Öffentlich-Rechtlichen nur begrenzt im Netz vorgehalten werden und nach etwa 7 Tagen aus den Online-Mediatheken verschwinden. Die App selbst ist dann wohl auch nicht das Problem (die Kosten dafür sind eher gering im Vergleich zum täglichen Aufwand die News zu produzieren), problematischer ist eher der Zugang zu kostenlosen News (wie im Fernsehen und Radio eben auch). Warum sollte man sich die kostenpflichtige Springer-App holen, wenn es die App der Tagesschau für umsonst gibt?

Fraglich aber, warum Springer damit ein Problem hat. Immerhin bietet das Bezahlangebot doch Zugang zu News früher als im Blatt. Überschneidungen gibt es dann also nur bei Themen die auch in der Tagesschau kommen (oder von dort beeinflusst wurden). Bei Storys die Springer exklusiv hat – und das sollte der Qualitätsanspruch sein – gibt es keinerlei Probleme, weil die Tagesschau derartige News eben nicht liefern kann. Springer selbst scheint wirklich keine hohe Meinung von den eigenen Inhalten zu haben.

Der richtige Weg wäre also besseren Content liefern statt den Konkurrente gleich wieder auf der politischen Ebene wegbeissen wollen. Mal sehen wann man das auch bei Springer merkt.

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Dörrmann: Die SPD und die Websperren-Vergangenheitsbewältigung

20. Dezember 2009 – 12:12

Die wankelmütige Kurs der SPD zum Theme Websperren und die Schwierigkeit der Partei mit ihren eigenen Entscheidungen umzugehen lässt sich am besten an Martin Dörrmann (Medienpolitische Sprecher und Berichterstatter für das Zugangserschwerungsgesetz im Wirtschaftsausschuss) festmachen. Zum Vergleichen: Hier mal das aktuelle Interview von Dörrmann bei vorwärts (SPD-Parteizeitung) und seine Redebeiträge von vor wenigen Monaten im Bundestag.


Redebeitrag von Martin Dörmann (SPD), am 18.06.2009 um 19:22 Uhr (227. Sitzung, TOP 9)

Redebeitrag von Martin Dörmann (SPD), am 06.05.2009 um 16:01 Uhr (219. Sitzung, TOP 3)

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Die Banker-Boni gibt es gar nicht mehr

15. Dezember 2009 – 09:53

Hilmar Kopper (Ex-Vorstand Deutsche Bank) versteht das Problem mit den Bonuszahlungen an Banker gar nicht – die HSH hat doch schließlich eine perfekte Lösung gefunden:

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ACTA ohne verfassungsrechliche Bedenken

14. Dezember 2009 – 12:23

“Die Bundesregierung hat im Hinblick auf die Verhandlungen zu ACTA keine verfassungsrechtlichen
Bedenken.” Quellen: 1,2

Keine Bedenken? Na dann ist ja gut. Immerhin hat die Bundesregierung in den letzten Jahren in verschiedener Zusammensetzen (von Rot/Grün über Rot/Schwarz zu Schwarz/Gelb) bisher immer mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit gewußt, was im Rahmen der Verfassung liegt und was nicht. Die paar kleinen Gesetzlein, bei denen Bürgerrechte mit dem Rasenmäher beschnitten wurden um Terroristen und Steuer- oder gar Temposünder aufzuspüren zählen da ja eigentlich gar nicht.

Wenn die Bundesregierung jetzt also sagt, dass ACTA keine verfassungsrechtlichen Probleme bereitet dann ist das auch so. Basta. Wer es anders sieht kann ja klagen.

Und wie es um einen eventuellen Widerstand gegen die ACTA Regelungen bestellt ist wisssen wir seit dem SWIFT-Abkommen auch: Die aktuelle Regierung scheint eine Stimmenhaltung als Höchstform des Widerstandes zu sehen. So eine Art stiller Protest eben.

Falls jemand meint, in den vorangegangenen Zeilen Sarkasmus oder Ironie entdeckt zu haben – liegt er da ganz richtig.

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SWIFT-Abkommen und Datenschutz – ein paar Fakten

11. Dezember 2009 – 22:07

Was ist SWIFT überhaupt?

SWIFT ist ein internationaler Verband der Banken über den unter anderem Zahlungsvorgänge grenzübergreifend abgewickelt werden können. Dazu gibt es für Banken neben der normalen Kontonummer einen sogenannten SWIFT-Code der bei Auslandsüberweisungen angewandt wird. Über diesen Code können dann Konto für den innereuropäischen oder auch außereuropäischen Zahlungsverkehr angesprochen werden.

EXKURS: Das sagt die Wikipedia

Die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication, abgekürzt S.W.I.F.T. oder meist nur SWIFT, ist eine 1973 gegründete, internationale Genossenschaft der Geldinstitute, die ein Telekommunikationsnetz (das SWIFT-Netz) für den Nachrichtenaustausch zwischen den Mitgliedern betreibt. Mittlerweile leitet SWIFT Transaktionen zwischen Banken, Brokerhäusern, Börsen und anderen Finanzinstituten mit einem Volumen von 6 Billionen Dollar (etwa 4,8 Billionen Euro; Stand November 2005) täglich weiter und wickelt den Nachrichtenverkehr von über 8000 Geldinstituten in mehr als 200 Ländern ab.

http://de.wikipedia.org/wiki/SWIFT

Bei der aktuellen Berichterstattung geht es aber weniger um das SWIFT System an sich oder dessen Funktion sondern über das sogenannte SWIFT Abkommen. In diesem Vertragswerk zwischen der USA und der EU haben die europäischen Innenminister den Vereinigten Staaten weitreichenden Zugriff auf die Daten innerhalb des SWIFT-Netzwerkes garantiert.

Hintergrund ist hierbei, dass die USA den Zahlungsverkehr weltweit auf terroristische Aktivitäten prüfen um im Zuge des Terrorist Finance Tracking Program (TFTP) die Geldquellen möglicher Terror-Organisationen zu identifizieren und abzuschalten. Erkenntnisse aus dem Programm wurden in der Vergangenheit angeblich auch genutzt um in Europa Anschläge zu verhindern. Das Abkommen tritt am 1.Februar 2010 in Kraft und hat eine vorläufige Laufzeit von 9 Monaten.

Das Problem der USA

Zum Jahreswechsel 2009/2010 nimmt SWIFT ein neues Rechenzentrum in Europa in Betrieb. Über dieses soll zukünftig der europäische Zahlungsverkehr abgewickelt werden. Die USA hätten damit keinen direkten Zugriff auf diese Daten mehr, denn bisher standen die Server zur Zahlungsabwicklung in den USA und damit war ein direkter Zugriff der USA möglich. Aus Datenschutzgründen wurden die Server nun aber nach Europa verlagert und das SWIFT Abkommen soll auch weiterhin sicherstellen, dass die USA Zugriff auf die SWIFT Daten haben.

Die US-Diplomaten haben zugesichert, die Daten nur in begründeten Verdachtsfällen und nicht missbräuchlich zu benutzten. Ein Missbrauch der Daten ist aber rein technisch möglich und nicht ausgeschlossen.

(Wirtschafts-)Spionage möglich

Die Industrie in der Euro-Zone befürchtet, dass die Daten genutzt werden könnten, um wirtschaftliche Vorgänge nachzuvollziehen und so Hinweise auf Lieferanten und Wirtschaftspartner zu bekommen. Zudem erlauben die Zahlungen natürlich auch einen Überblick über Forschungs- oder Marketingetats der Unternehmen. Auch besteht die Möglichkeit, Rückschlüsse auf Preiskalkulationen und Margen zu ziehen. Diese Daten könnten bei Ausschreibungen um internationale Projekte von großer Bedeutung sein wenn es darum geht Angebote zu unterbreiten die unter denen der Konkurrenz bleiben sollen.

Auch wenn die USA einen Missbrauch ausgeschlossen haben – die Daten werden eventuell auch an Drittstaaten wie Russland oder China weitergegeben.

Auch innerhalb der deutschen Industrie wird das Abkommen daher sehr kritisch gesehen:

Der Zugriff von US-Behörden auf europäische Bankdaten beunruhigt die deutsche Industrie. Deren Bundesverband BDI warnt vor der Gefahr, dass Unternehmen ausspioniert würden. Daten zum Zahlungsverkehr seien sensible Informationen, aus denen sich Rückschlüsse auf Märkte, Vertragspartner und Geschäftsumfänge ziehen ließen, sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf (http://www.dw-world.de/dw/function/0,,12356_cid_4952862,00.html?maca=de-aa-news-855-rdf)

Selbst der deutsche Bundesrat hat in einer Entschließung vor den unabsehbaren Folgen und einer möglichen Wirtschaftsspionage gewarnt:

Der Bundesrat teilt die in der Entschließung des Europäischen Parlaments zum Ausdruck gebrachte Sorge, dass ein Zugriff auf die betroffenen Finanztrans-aktionsdaten die Gefahr von Wirtschafts- und Industriespionage großen Ausmaßes mit sich bringt, weil die vorhandenen Informationen Rückschlüsse über wirtschaftliches Verhalten zulassen.

Datenschutz ungeklärt

Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Peter Schaar, sagte dem Handelsblatt, das Abkommen sei “undemokratisch” zustande gekommen und “höchst intransparent”. “In einer Art Geheimgesetz sollen die Bürgerrechte ausgeschaltet werden”, so der Datenschützer. Dem Parlament werde kein Mitspracherecht eingeräumt, eine öffentliche Diskussion verhindert. “Das ist ein massives Demokratiedefizit.” Niemand der Beteiligten könne für sich “Legitimität” für sein Handeln beanspruchen. “Nicht einmal der genaue Text ist öffentlich

http://www.handelsblatt.com/politik/international/swift-abkommen-schaar-kritisiert-geheimgesetz-zwischen-eu-und-usa;2489376

Gerade der Datenschutz der gesamten europäischen Bevölkerung stellt in diesem Zusammenhang ein großes Problem dar. So gibt es für Betroffene keine Möglichkeit der Datenweitergabe zu widersprechen wie es nach dem deutschen Datenschutzrecht gefordert ist. Wenn Daten weitergeben werden gibt es für Betroffenen nicht einmal eine Information. Ebensowenig wird er über den eventuellen Vorwurf der denVerdacht begründet informiert. Der deutsche Datenschutzbeauftrage Peter Schaar schreibt dazu: „Das Abkommen enthält keine Regelungen zur Information der Bankkunden. Damit wird ein wesentlicher Datenschutzgrundsatz, die Transparenz der Datenverarbeitung, missachtet. Ebenso werden den Bankkunden Auskunftsrechte über die Daten vorenthalten.

Eine Beschränkung der Weitergabe der Daten auf SWIFT-Daten ist im Vertrag selbst nicht festgehalten. Rein theoretisch könnten auch anderen Zahlungsverkehrsdaten weitergegeben werden.

Ebenfalls nicht ausgeschlossen ist die Weitergabe der Zahlungsdaten an Dritt-Staaten. Die TAZ fasst es mit folgenden Worten zusammen: „Jeder Europäer, der eine Auslandsüberweisung mit BIC- und IBAN-Nummer ausfüllt, muss damit rechnen, dass die Einzelheiten beim russischen Geheimdienst oder in einer chinesischen Spezialabteilung landen.“

Um genau zu sein ist nur sehr spärlich geregelt wie die USA mit den Daten zu verfahren hat, ein Kontrollgremium wird nur nachgelagert tätig und könnte Missbrauch nicht verhindern.

Deutschland hat sich enthalten

Trotz dieser schwerwiegenden Bedenken hat sich Deutschland bei der Abstimmung nur Enthalten. Beim Treffen der EU-Innenminister wurde das SWIFT-Abkommen daher angenommen (mit der Stimmenthaltung Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Griechenlands). Eine Gegenstimme Deutschland hätte das Abkommen verhindern können.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) machte damit den Weg für den Zugriff der USA auf europäische und auch deutschen Kontenbewegungen frei.

Abkommen im deutschen Original

http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/09/st16/st16110.de09.pdf

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